– in Brasilien

Projektentwicklung in Brasilien

1994

Gründung des PSiB „Projekt Straßenkinder in Brasilien e.V.“  durch Lidia Wandschneider, Fátima Braga-Putzke, Cristina Heilborn-Guenther, Adriana Gorayb aus der Umgebung Hittfeld/Seevetal. Sie hatten persönlichen Kontakt zu dem Arzt Jonas Marinho Araujo, der in Maravilha 1992 eine Bürgerinitiative „Conselho de Seguranca do Bairro de Fatima“ (CSBF) zur Sicherheit der Bewohner gegründet hatte.

Das Gemeinschaftshaus CCF „Casa da Convivencia“ entsteht.

 

1996

Es nutzen immer mehr Kinder und junge Erwachsene das CCF.
–       Es wird Nachhilfeunterricht angeboten.
–       Es werden regelmäßige Familienberatungen durchgeführt, um zwischen Lehrern, Müttern und Kindern zu vermitteln.
–       In Kursen werden Frauen über Kinderpflege, Familienplanung, Sexualität, Gewalt in den Familien und Aids aufgeklärt.

 

1997

Durch Kanalisierung eines Schmutzwassergrabens zwischen den Häusern kann ein Fussballplatz angelegt werden, der nicht mehr überschwemmt wird.

Die Bewohner werden aufgeklärt wie das Müllproblem besser zu lösen ist.

Erster Musikunterricht mit Flöten und Gesang von 3 deutschen freiwilligen Helfern.

 

1998 bis 2000

Seit Beginn der Kinderbetreuung in Maravilha steht für die verantwortlichen Mitarbeiterinnen u.a. die Bidung  und damit die Fähigkeit den Schrift-Sprachgebrauch zu erlernen im Mittelpunkt.

1998 malen und schreiben die Kinder für ein eigenes Journal, dass bis heute unter dem Namen „Jornal do CCF“ fortgesetzt wird.

Weiterführungen und Angebote von Kursen und Betreuung der Kinder und jungen Erwachsenen.

Theater-, Bastel-, Spielgruppen, sowie Tanz und Ballettunterricht führen dazu, dass einige Mütter Folklorefeste mit Aufführungen der Kinder organisieren und damit innerhalb der Favela das Zusammengehörigkeitsgefühl verstärken.

Dienstleistende organisieren Fußballturniere oder vertiefen die Recyclingidee, z.B. durch Wiederverwertung alter Einwegflaschen zu Fischen oder Lampen als Dekoration zum Verkauf auf Flohmärkten.

Junge Frauen aus der Favela, die durch abendliche Fortbildung pädagogische Fähigkeiten vertieft haben, werden für die Betreuung der 144 Kinder fest eingestellt. Die Entlohnung gibt ihnen soziale Sicherheit.

 

2001 bis 2002

Eine italienische Fotografin Francesca beginnt ehrenamtlich den Kindern das Fotografieren und Entwickeln eigener Fotos beizubringen. Bis heute wird das Projekt unter dem Namen „Cliqua Maravilha“ weitergeführt und die Fotos wurden auf mehreren Wettbewerben prämiert.

Das Problem der Versorgung mit Nahrung wird verbessert und die Unterernährung eingedämmt.

Instandsetzung der Räumlichkeit nach starker Überschwemmung durch Niederschläge in der Regenzeit.

Weitere Baumaßnahmen: Aufstockung des Hauses. Es entsteht ein neuer Raum. Fliesen werden zur Erleichterung der hygienischen Reinigung verlegt, alle Räume neu gestrichen.

 

2003

Es wird der erste PC mit Internet-Anschluss installiert, an dem Jugendliche Kurse belegen können. Hinzugekommene PCs geben mehr Personen die Möglichkeit an diesem wichtigen Medium teilzunehmen.

Ausserdem nimmt das CCF an einem Wettbewerb teil, um dauerhafte und nachhaltige Unterstützung von UNICEF zu erhalten. Von 1800 teilnehmenden Organisationen kommt das Projekt CCF in die Endausscheidung. Die Förderung wird aber an wesentlich größere Projekte vergeben. UNICEF lädt eine Mitarbeiterin aus Maravilha zu einem organisierten Treffen brasilianischer Hilfsprojekten ein. Es werden Erfahrungen mit anderen Projekten ausgetauscht und somit eine Vernetzung von selbstverwalteten Hilfsprojekten ermöglicht.

 

2004

Die italienische Fotografin Francesca kauft ein Haus neben dem CCF. Die Ausbauten ermöglichen erheblich mehr Raum für  alle Aktivitäten im CCF. Waschbecken mit fließendem Wasser werden eingerichtet. Hinter dem Haus wird ein kleiner Kräutergarten genutzt.

 

2005 bis 2009

Der Andrang auf Zuwendung und Hilfe im CCF wird größer. Es gibt inzwischen eine Warteliste von Kindern auch benachbarter Favelas, die das umfangreiche Programm nutzen möchten.

Die Kapazitäten des Hauses reichen zur Betreuung aller Kinder nicht aus, so dass die Leitung über die Aufnahme nach dem Grad der Bedürftigkeit entscheidet.

 

2010 bis 2011

Starke Veränderung des baulichen Umfelds in Maravilha.

Der Staat hat im Hinblick auf ein schöneres Stadtbild für die Fußball WM Hütten abgerissen, große 4 geschossige Sozialwohnungen erstellt und die Bewohner in die neuen Häuser umgesiedelt.

Die Wohnsituation hat sich für viele Familien verbessert, ihre soziale Lage aber nicht.

Das CCF steht heute inmitten von neuen Häusern. Der Leitung des Jugendhauses wurde ein Grundstück mit Haus nahe am Fluss angeboten, wo die Überschwemmungsverhältnisse unklar sind. Leitung und Mitarbeiter des CCF wollen dem neuen Bauplan z.Zt. nicht zustimmen und nutzen die Gelder an alter Stelle.